Distichiasis & Trichiasis ~ Ektropium ~ Keratitis
Unter Distichiasis und Trichiasis versteht man Wimpern, welche direkt am Lidrand wachsen und dadurch ständig auf der Hornhaut des Auges reiben und so zu Reizungen des Auges führen.
Dies führt zu vermehrten Zwinkern und Tränenfluss.
Die Nasenfalte direkt unter dem Auge bleibt ständig feucht, es bilden sich Verkrustungen und die Augen können gerötet sein.
Die Trichiasiswimpern (wachsen vom unteren Lid-Nasenfalte) kann man häufig wieder in die richtige Richtung streichen.
Die Distichiasiswimpern (wachsen vom oberenen Lid) sind gegen den weißen Augapfel gut sichtbar, wenn man das Lid leicht anhebt oder der Hund nach unten schaut,
sie können leicht mit einer Pinzette (nur bei ruhigen Hunden zu empfehlen - Verletzungsgefahr!!) oder den Fingern gezupft werden.
Die Distichien wachsen in der Regel nach, bei extremen Fällen gibt es chirugische Methoden für eine dauerhafte Entfernung.
Regelmässige Kontrolle und manuelle Entfernung reicht in den meisten Fällen aus.
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Als Ektropium bezeichnet man ein herunterhängendes Unterlid;
diese Form der Lidfehlstellung, die zu einem Auswärtsdrehen des unteren Lides (Ektropium) führt, ist meist bei Hunderassen zu finden, die eine genetische Veranlagung hierfür besitzen.
Das nach außen gekehrte Unterlid bedingt Bindehautentzündungen unterschiedlichen Ausmaßes.
Manchmal wird zusätzlich die Hornhaut gereizt und es entwickeln sich schmerzhafte Defekte.
Das Auge eitert und ist chronisch entzündet.
Entzündungshemmende Salben können leichtere Bindehautentzündungen lindern.
Im allgemeinen ist ein chirurgischer Eingriff die einzige auf Dauer wirksame Hilfe.
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Entzündung der Hornhaut (Keratitis)
Die Hornhaut ist ein durchsichtiges Organ, das aus mehreren Schichten besteht. Man nennt die Hornhaut auch das Fenster des Auges.
Wie ein Glasscheibe lässt sie einerseits das Licht ins Auge passieren, zum anderen stellt sie eine Barriere dar, die verhindert das Staub oder andere Fremdstoffe ins Auge eindringen und die Augenflüssigkeit nicht ausläuft.
Hornhautgeschwüre sind Defekte in der Hornhaut. (Nicht zu verwechseln mit Geschwulst = Tumor).
Man unterscheidet oberflächliche von tiefen Hornhautgeschwüren.
Beides sind Notfälle doch bei dem tiefen Hornhautgeschwür besteht akut die Gefahr, dass das Tier sein Auge verliert.
Geschwüre auf der Hornhaut entstehen leicht durch infizierte Verletzungen, die nicht rechtzeitig behandelt wurden. Infektionen stellen eine weitere Ursache dar.
Ständige Reizungen, z. B. durch Haare (z. B. Distichiasis undTrichiasis), die durch eine Fehlstellung der Lider (z. B. Ektropium) auf der Hornhaut reiben, können ebenso zu einem Hornhautgeschwür führen.
Warnzeichen für eine Verletzung oder Reizung der Hornhaut sind: ständiges Zusammenkneifen der Lider, Tränenfluss, schleimiges oder angetrocknetes Sekret um die Augen, gerötete Bindehäute und jede Trübung oder Flecken auf der Hornhaut.
Besonders gefährdet sind großäugige und kurznasige (sog. brachycephale Rassen wie Boxer, franz. Bulldoggen, engl. Bulldoggen, etc) Tiere.
Auch bei Hunden, die unter einer Keratitiskonjunktivitis sicca (einer Störung des Tränenflusses) leiden, entwickelt sich ein Geschwür der Hornhaut rasch.
Einen Sonderfall stellen Hornhautgeschwüre dar, die durch eine vererbte mangelhafte Verbindung zwischen den Schichten der Hornhaut verursacht werden.
Sie treten gehäuft bei Boxern (Epitheldefekt) auf.
Die Geschwüre können oberflächlich oder tief sein und müssen unterschiedlich angegangen werden.
In jedem Fall sind sie nicht nur schmerzhaft, sondern auch gefährlich für das Auge, je tiefer desto gefährlicher.
Es droht Perforation und Auslaufen des Auges bei tieferen
Prozessen.
Grundsätzlich gelten auch hier die krankmachenden Ursachen, wie bei der
Bindehautentzündung.
Eine chronische Hornhautentzündung
kann zur Einschmelzung der Hornhaut, d.h. zum Durchbruch führen, wobei Teile des inneren
Auges, wie Linsenanteile, Iris und Glaskörper aus der Hornhautwunde herausgedrückt
werden können.
Bei solchen Vorfällen ist das Auge nicht mehr zu retten und muss chirurgisch entfernt
werden.
Defekte des Hornhautepithels (Epithel=die oberste Schicht der Hornhaut) können selten
nur mit Augensalben und/oder Augentropfen zur Heilung gebracht werden.
Das sog. Hornhautgeschwür (Ulcus corneae) muss oft mit einem Bindehautlappen operativ
abgedeckt werden, damit kein Durchbruch entsteht.
Oberflächliche Hornhautdefekte
können durch Verletzungen (Grashalme), durch Stoffwechselstörungen in der alternden
Hornhaut (z.B. Boxerkeratitis/auch Boxerulcus, "indolent ulcer" oder durch Viren
(Herpeskeratitis) entstehen und gehören in die Hand eines Augenspezialisten.
Oberflächliche Geschwüre können, wenn es nicht zu Komplikationen kommt, mit Augensalben und Tropfen behandelt werden.
Meist werden antibiotische, vitaminhaltige und atropinhaltige Augenmedikamente kombiniert.
Weist das Geschwür eine schlechte Heilungstendenz auf, muss das kranke Gewebe auf der Hornhaut entfernt werden.
Danach wird das Tier über mindestens drei Wochen mit den Augenmedikamenten behandelt.
In schweren Fällen, bei schlechter Heilung oder einem tiefen Geschwür, versucht der Tierarzt die Hornhaut durch eine sogenannte Nick- oder Bindehautschürze zu schützen.
Dabei zieht der Tierarzt die Nickhaut (das dritte Augenlid) oder die Bindehäute über das Auge, so dass der Hornhautdefekt völlig bedeckt ist.
Er befestigt diese Schürze dann mit Einzelheften.
Während die Nickhautschürze den Defekt vor allem vor äußeren Einflüssen schützt, sorgt die Bindehautschürze zusätzlich für eine bessere Durchblutung bei schweren Fällen mit schlechter Heilungstendenz.
Eine vitaminreiche Ernährung unterstützt übrigens die Heilung.
Außerdem sollten Sie verhindern, dass Ihr Tier sein krankes Auge durch Reiben oder Kratzen strapaziert.