Aorten- und Subaortenstenose ~ Pulmonalstenose
Das Herz
Das Herz ist eine muskuläre doppelseitige Pumpe. Die linke Hälfte (auf dem unteren
Bild rechts) erhält sauerstoffreiches Blut aus der Lunge, das durch die Lungenvene in
den linken Vorhof transportiert wird. Dann fliesst es durch die Mitralklappe in die linke Herzkammer.
Von dort aus wird es durch Kontraktion der Kammer durch die Aortenklappe in die Aorta (eine
grosse Arterie) gedrückt und gelangt von hier aus in alle Körperteile. Auf dem Rückweg
wird das sauerstoffarme Blut durch die Hohlvenen in den rechten Vorhof (auf dem Bild nicht
abgebildet) und dann in die rechte Herzkammer gepumpt. Von dort aus gelangt es durch Lungenklappe
und Lungenarterie zurück in die Lunge.

Aorten- und Subaortenstenose
Die Aortenstenose ist eine angeborene oder erworbene Verengung der der Aortenklappe (Aortenklappenstenose),
die das Ausstroemen von Blut aus der linken Herzkammer in die Aorta behindert. In den meisten
Faellen tritt die Verengung beim Hund in der Ausflussbahn des linken Herzens vor der Aortenklappe
auf. Dies wird dann Subaortenstenose (SAS) genannt.
Man unterscheidet bei der Stenose zwischen:
- subvalvulaere Aortenstenose - (Konusstenose) - (SAS) -
Verengung der Ausflussbahn von der linken Herzkammer in die Aorta bedingt durch fibroes-muskulaere
Endokard(Herzinnenhaut)leisten. Die mit Abstand häufigste Form beim Hund.
- valvulaere Aortenstenose (Aortenklappenstenose) - Verengung der Öffnung der Aortenklappe
durch Verdickung oder Verkalkung ihrer Klappen (erworben) und durch Kommissurenverschmelzung
(angeboren). Selten beim Hund.
- supravalvulaere Aortenstenose - Aortenverengung dicht oberhalb der Aortenklappe. Sehr selten
beim Hund.
Die Aortenklappe befindet sich zwischen der linken Herzkammer
und der Aorta. Zieht sich die Kammer zusammen, wird das Blut in die Aorta und durch die offene
Aortenklappe in die Aorta gepumpt. Wenn der Herzmuskel erschlafft, schliesst sich die Klappe
wieder und verhindert das Zurueckstroemen des Blutes aus der Aorta in die Herzkammer.
Die Aortenstenose ist eine Ausflussverengung der linken Herzkammer in die Aorta. Durch den
erhoehten Druck wird die linke Kammer vergroessert.
Aortenklappe
Die Aorten- und Pulmonalklappe bestehen aus jeweils 3 taschenartigen Gebilden und werden daher
Taschenklappen genannt.
Angeborene Herzfehler
Herzfehler liegen als strukturelle Anomalien schon bei der Geburt vor. Häufig sind sie
genetischen Ursprungs.
DIAGNOSE:
Ein angeborener Herzfehler wird durch Abhören der Hertöne des Welpen per Stethoskop
diagnostiziert. Die genaue Unterscheidung der diversen Herzfehler ist jedoch schwieriger. Nach
der Initialdiagnose wird durch verschiedene Tests die Schwere des Defekts beurteilt. EKG und
Röntgenaufnahmen sind nützlich, jedoch basiert die genauste Diagnose auf einer Ultraschall-Spezialuntersuchung
(Doppler-Sonographie). Dieses bildgebende Verfahren zeigt den Defekt und misst die Blutstromgeschwindigkeit
in bestimmten Herzregionen.
THERAPIE:
Die Therapie hängt von der Schwere des Defektes ab die durch die Doppler-Ultraschalluntersuchung
festgestellt wird. Das DOPPLER-Echokardiogramm zeigt die Geschwindigkeit des Blutflusses an.
Aus der Geschwindigkeit des Blutflusses durch eine verengte Klappe kann der Arzt die Schwere
der Klappenverengung berechnen (Prinzip: Je schneller das Blut fließt desto höhergradiger
ist die Verengung).
Doppler-Verfahren
Der Schallkopf sendet Ultraschallwellen von konstanter Frequenz
(Dauerschall) aus. Trifft das Schallwellenbündel auf eine sich bewegende Grenzfläche,
so wird ein Teil der Wellen mit veränderter Frequenz (Doppler-Effekt) reflektiert. Man
kann dies in Form von Tönen hörbar machen und auf diese Weise Informationen über
Richtung und Geschwindigkeit des Blutflusses erhalten.
Symptome
In vielen Fällen bleibt die Erkrankung vom Besitzer
unbemerkt.
Schnelle Ermüdung und Leistungsdepression bereits im Welpenalter, bzw. in jungen Jahren
sollte den Besitzer hellhörig machen. In manchen Fällen kann eine belastungsabhängige
Blauverfärbung der Zunge beobachtet werden. In selteneren Fällen treten bei körperlicher
Anstrengung, seltener auch im Ruhezustand Ohnmachtsanfälle (sogenannte Synkopen) auf.
Der Hund taumelt und schwankt und kann ähnlich wie bei einem Kreisklaufkollaps zusammenbrechen.
In schweren und vor allem fortgeschrittenen Fällen zeigen die Patienten Symptome einer
Stauungsinsuffizienz, wie zum Beispiel Husten in Folge eines Lungenödems. Bleibt die Subaortenstenose
unbemerkt können leider plötzliche Todesfälle auftreten.
Die Symptome bei der Aortenstenose sind vom Mass der Einengung abhaengig.
Treten Symptome auf, so besteht bereits eine höhergradige
Aortenstenose:
- schnelle Ermuedung
- Atemnot
- Kollapsneigung /Ohnmachtsanfaelle
- unregelmaessiger Herzrhythmus
Bei einer leichten Aortenstenose bestehen oft keine Beschwerden
Wie können Sie vorbeugen?
Im Normalfall wird im Rahmen einer Routineuntersuchung vom
Tierarzt eine sorgfaeltige Auskulation des Herzens (Abhören des Herzens auf Geräusche)
durchgeführt! Bei den meisten Tieren mit einer Subaortenstenose kann dann ein Herzgeräusch
diagnostiziert und somit eine Verdachtsdiagnose ausgesprochen. Hier
sei jedoch darauf verwiesen, das im Zusammenhang mit der Verdachtsdiagnose nicht jedes Herzgeräusch
auf einen Herzfehler schliessen lässt und dass nicht jeder Herzfehler ein Geräusch
verursacht. In leichten und mittelgradigen Formen ist das für
die Subaortenstenose typische Herzgeräusch oft leise und kann nur bei sorgfältigem
und langem Abhören des Patienten bemerkt werden.
Daraus folgt, dass man als Besitzer darauf achten sollte, dass der Tierarzt zumindest bei der
jährlichen Impfung das Herz des Hundes sorgfältig abhört.
Eine Vorsorgeuntersuchung z.B. wenn ein Tier für die Zucht bestimmt ist, sollten beim
1-jährigen (vollendeter 12. Monat) Hund vorgenommen werden.
Natürlich steht es Ihnen frei eine solche Untersuchung in einer Tierklinik durchführen
zu lassen. Die Kosten für eine solche Doppler-Ultraschalluntersuchung liegen ca. bei 70
Euro. Ihr Hund muss für diese Untersuchung nicht in Narkose versetzt werden. Nach der
Untersuchung, die circa eine halbe Stunde dauert, können Sie direkt wieder nach Hause.
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Die Pulmonalstenose gehört zu den am häufigsten vorkommenden angeborenen Herzerkrankungen des Hundes. Es handelt sich hier um eine Einengung des von der rechten Herzkammer ausgehenden Gefäßes (Pulmonalarterie). In den meisten Fällen wird die Stenose durch Veränderungen an den Gefäßklappen (Pulmonalklappen) verursacht. Die Pulmonalklappen bestehen aus drei Taschenklappen. Sie können sowohl stark verdickt und starr. Als auch teilweise oder vollständig miteinander verschmolzen sein. Außerdem kann - wie bei der Aorta - ein bindegewebiger Ring unterhalb der Klappenebene zur Stenose führen. Auch eine Kombination dieser beiden Formen oder die Kombination beispielsweise mit Kammerseptumdefekten ist möglich. Unabhängig von ihrer Lokalisation bewirkt die Pulmonalstenose einen Druckanstieg in der rechten Kammer, der zur vermehrten Pumparbeit mit Dickenzunahme der rechten Kammerwand führt. Ähnlich wie bei der Aortenstenose kann sich auch bei der Pulmonalstenose eine funktionelle Insuffiziens der Klappe zwischen dem rechten Vorhof und der rechten Kammer entwickeln, die zur Vergrößerung des rechten Vorhofs und mit der Zeit zum Rückstau in den Hohlvenen führt.
Symptome
Abhängig vom Schweregrad der Stenose können früher oder später Symptome wie verhinderte Belastbarkeit, Atembeschwerden, Flüssigkeitsansammlung in den Körperhöhlen (Bauchwassersucht) oder Ohnmachtszuständen auftreten. In besonders schweren Fällen kann es zur Blaufärbung der Zunge und Mundschleimhaut kommen.
Diagnose
Ein häufiger Anlass für eine eingehende Herzuntersuchung
ist vor allem bei Welpen ein Herzgeräusch, das bei Routineuntersuchungen wie z.B. bei
einer Impfung festgestellt wird. Eine Verdachtsdiagnose lässt sich mittels Auskultations-,
Röntgen- und EKG-Befund stellen. Deim Abhören ist stets ein systolisches Geräusch
(zwischen dem ersten und dem zweiten Herzton) im dritten linken Zwischenrippenraum dicht oberhalb
des Brustbeins aber auch häufig an der rechten Brustwand zu vernehmen. Auf den Röntgenaufnahmen
fallen je nach Schweregrad und Lebensalter sie vergrößerte rechte Herzhälfte
und häufig die Erweiterung der Pulmonalarterie sowie die fein gezeichneten Lungengefäße
auf.
Im EKG lassen sich die für die Vergrößerung der rechten Kammer typischen Veränderungen
erkennen. Zur Bestätigung der Verdachtsdiagnose sind jedoch weitergehende Untersuchungen
notwendig.
Doppler-Verfahren
Der Schallkopf sendet Ultraschallwellen von konstanter Frequenz
(Dauerschall) aus. Trifft das Schallwellenbündel auf eine sich bewegende Grenzfläche,
so wird ein Teil der Wellen mit veränderter Frequenz (Doppler-Effekt) reflektiert. Man
kann dies in Form von Tönen hörbar machen und auf diese Weise Informationen über
Richtung und Geschwindigkeit des Blutflusses erhalten.
Therapie
Mit Ausnahme der Ballondilatation, die bei der Pulmonalstenose vielversprechend ist, können medikamentelle Maßnahmen, die weitere Verschlechterung bei behandlungsbedürftigen Fällen nur hinauszögern. In jedem Fall sind regelmäßige Verlaufsuntersuchungen unbedingt notwendig. Die betroffenen Tiere dürfen unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung nicht zur Zucht eingesetzt werden.
Anerkannte Untersucher in Deutschland für Herzerkrankungen beim Boxer finden sie hier.
Ausführliche Info's zu Herzkrankheiten finden Sie hier.
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